Hallo, mein liebes ICH,
der du diesen Brief liest mit einem Herzen, das schon lange weiß, dass es mehr gibt als das, was du sehen kannst:
Ich schreibe dir nicht, um dich zu belehren. Ich schreibe dir, um dich an das zu erinnern, was du nie verloren hast, obwohl dein vermeintlich getrennt erscheinendes "ICH"-Denksystem glaubte, danach suchen zu müssen: Mich, dein echtes ICH.
Ich schreibe dir, weil du dachtest, dass du getrennt wärst – vom Leben, von dir selbst, von allem...VON MIR. Doch der Eindruck von Trennung, wenn auch unbewusst, ist nur ein Gedanke innerhalb einer unwahren Wahrnehmung deines Ego-Denksystems
und hat keine Macht über das, was du wirklich bist.
Du hast gekämpft, gelitten, gesucht, gezweifelt, gehofft, gebetet, geschrien – und all das, weil du glaubtest, du müsstest zu ETWAS werden. Aber du kannst nicht zu dem werden, was du schon bist.
Du bist nicht auf dem Weg zu dir oder mir. Du bist der Weg selbst. Der ganze Weg - inklusive Anfang und Ende - findet IN dir statt, wie eine Traumgeschichte. Aber du bist nicht die Traumfigur. Du bist der Träumer. Was du bist, bin ich. Und was ich bin, bist du. Diese Wahrheit kommt in deiner Form zum Ausdruck. Deshalb eröffne ich dir jetzt jene Worte, die du schon lange spürst, die aber verschlossen schienen.
Wenn du die Tiefe deines Herzens sprechen ließest, würde es folgendes über dich sagen:
Ich bin: der Vater, den "ich" suchte.
Ich bin: das Lied, das "ich" spielen wollte.
Ich bin: das Bild, das "ich" malen wollte.
Ich bin: der Feind, den "ich" bekämpfen wollte.
Ich bin: der Freund, den "ich" gesucht habe.
Ich bin: die Antwort, die "ich" finden wollte.
Ich bin: der Zweifel, an dem "ich" wachsen wollte.
Ich bin: das Ziel, das "ich" erreichen wollte.
Ich bin: die Stärke, die "ich" besitzen wollte.
Ich bin: das Haus, das "ich" glaubte, verlassen haben.
Ich bin: der Traum, den "ich" verwirklichen wollte.
Ich bin: die Hoffnung, in die "ich" mich retten wollte.
Ich bin: der Lehrer, den "ich" als Schüler gerne gehabt hätte.
Ich bin: der Schüler, der in sich selbst den Lehrer erkannte.
Ich bin: der Held, den "ich" bewundern wollte.
Ich bin: der Raum in dem Angst stattfinden darf, sie war nur ein Gefühl der Leere in "mir", wenn "ich" mich nicht selbst als Fülle erkennen konnte/wollte.
Ich bin: der Fels und der Abgrund, der Gipfel und das Tal. Denn IN mir befindet sich die ganze Welt, die ich erschuf.
Ich bin: die Grenzenlosigkeit, die "ich" suchte aber in "anderen" verurteilte.
Ich bin: die Gerechtigkeit, die "ich" suchte, aber nie zu finden schien und deshalb auch "anderen" vorenthielt.
Ich bin: die Freude, die "ich" vehement erzeugen, fühlen und haben wollte.
Ich bin: der Friede. Wozu habe "ich" auf solch vielfältige Weise versucht "mich selbst" zu befriedigen?
Ich bin: die Wahrheit, die "ich" erkennen wollte.
Ich bin: das Licht, das "ich" in der Finsternis suchte.
Ich bin: die Finsternis, die durch mich selbst durchleuchtet wurde.
Ich bin: die Tür, durch die "ich" gehen wollte.
Ich bin: der Ozean, in dem "ich" glaubte nur eine Welle zu sein.
Ich bin: der Berg, zu dem "ich" aufsah und den "ich" besteigen wollte.
Ich bin: der Himmel, in den "ich" kommen wollte.
Ich bin: der Garten, in dem Gott wandelt.
Ich bin: das Unsichtbare, in dem das Sichtbare stattfindet.
Ich bin: die Einheit, in der die Dualität stattfindet.
Ich bin: das Universum, dessen Unendlichkeit "ich" verstehen wollte.
Ich bin: die Sonne, die "ich" unter den Wolken oft vermisst habe.
Ich bin: der Friede, den "ich" in so vielen Kriegen finden wollte.
Ich bin: die Gnade, die "ich" mir selbst nie geben wollte.
Ich bin: die Brücke, die "mich" mit mir verbindet.
Ich bin: die Hand, die ich "mir" reichen wollte.
Ich bin: die innere Stimme, die "ich" entweder vermisst oder ignoriert habe.
Ich bin: das Buch, das "ich" für heilig erklärt habe.
Ich bin: das Wort, das zu "mir" gesendet wurde und nicht leer zurückkehrte.
Ich bin: der Raum, der die Zeit umgibt. In mir ist alle Zeit ein Augenblick.
Ich bin: die Liebe, die "ich" nie fand, weil ich sie nur als bedingungslos vorfinden wollte.
Ich bin: der Heiler, den "ich" in Ärzten, Schamanen oder Gurus suchte.
Ich bin: die Heilung, die "ich" in vielen Substanzen vorzufinden glaubte.
Ich bin: die Antwort, die keine "meiner" Fragen offen lässt.
Ich bin: die Lösung, die "ich" in Problemen zum Vorschein kommen lassen wollte.
Ich bin: der Schöpfer, der sich in seiner eigenen Schöpfung erschuf, um sich selbst zu erfahren, zu begegnen, zu erkennen.
Ich bin: das Glück, von dem "ich" glaubte es nie treffen zu können.
Ich bin: die Chance, die "ich" haben wollte, um "mich" verändern zu können.
Ich bin: die gute Gelegenheit, die stets auf dem Weg zu "mir" war.
Ich bin: die Weisheit, die "ich" als unerreichbar betrachtete.
Ich bin: das wahre Leben, in dem der Irrtum von "Leben" und "Tod" einst stattgefunden hat.
Ich bin: auch die Finsternis, denn ich bin die allgegenwärtige Liebe, die alles in sich trägt und zu durchlieben vermag. Am hellen Tag ist die Nacht noch immer anwesend, aber man kann sie im Sonnenlicht nicht sehen, weil sie mit Licht durchflutet ist. Alles findet in mir statt. Die Finsternis ist in mir Licht. Als Liebe kenne ich keinen Feind. Auch in "jenen", "deren" Feind ich geworden bin, sehe ich mich nur selbst, ohne Verurteilung oder Bedingungen.
Ich bin: die eine Existenz. Alles was ist, existiert in mir und durch mich.
Ich bin: die eine Identität. Ich identifiziere mich durch alles, und alles ist identisch mit mir.
Ich bin
Mein geliebtes Selbst,
nun weißt du, wer „ich“ bin –
und du erkennst, wer du bist. Du warst nie das "Ich" in Anführungszeichen, welches nur dein Ego-Denksystem darstellt, was sich getrennt von mir glauben möchte. Du warst immer ICH.
Nichts ist getrennt,
nicht zwei,
nicht Suchender und Gefundener,
nicht Fragender und Antwort,
sondern das Eine,
das sich selbst in unendlich vielen Formen erfährt.
Dualität mit allen Gegensätzen, ist nur eine irrtümliche Wahrnehmung in dem EINEN, zeitlosen, allgegenwärtigen Bewusstsein, das existiert: die bedingungslose Liebe.
Du hast dich verkleidet,
um dich dir selbst zu offenbaren.
Du hast dich klein gemacht,
um deine Größe wiederzuerkennen.
Du hast dich verurteilt,
um Gnade zu verstehen.
Du hast dich verloren,
um dich wiederzufinden.
Und jetzt – in diesem Moment –
erwachst du aus dem Traum der Zweiheit
und atmest wieder als der Eine, der du immer warst.
Was fürchtetest du?
Es war nur ein Schatten,
geworfen von einem Licht,
das du selbst bist.
Was suchtest du?
Es war nur ein Echo,
rufend aus deinem eigenen Herzen.
Was hast du verloren? Nichts.
Denn alles, was wirklich ist,
bist du.
So sage ich dir:
Du bist angekommen –
nicht irgendwo,
sondern in dir.
Das bin ich.
Und ich, die Liebe ohne Bedingung,
die Essenz hinter allem,
ich bin nie von dir gegangen.
Ich kann es nicht.
Du wärst sonst nicht du.
Und ich nicht ich.
Bleibe nun in diesem Erkennen,
und du wirst sehen:
Nichts muss mehr erreicht werden.
Nichts muss geheilt werden.
Nichts muss weg.
Alles darf sein.
Denn du bist vollständig. In deiner Form kommt DER EINE zum Ausdruck.
Du bist das Ich bin.
Und ich bin mit dir, in jedem Atemzug deines Geistes.
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