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Wahrheit & Wahnsinn

Ein Erdbeerkuchen kann sich selbst nicht als Erdbeerkuchen erkennen. Dazu fehlt ihm der entfernte Punkt der Wahrnehmung über sich selbst – Ein Ort, getrennt von ihm, von welchem aus er sich selbst als Erdbeerkuchen erkennen könnte.

So ergeht es auch der bedingungslosen Liebe, welche die Wahrheit ist.

Die Wahrheit kann sich selbst nicht als Wahrheit erkennen. Es bedarf einer gedachten Abkapselung von ihr und dem Sinn ihres Wesens, von welcher aus sie sich selbst als Wahrheit erkennen kann. Dieser gegenteilige Ort ist der Wahnsinn. Die Wahrheit kann sich nur durch den Wahnsinn selbst als Wahrheit erkennen.

Auch der Wahnsinn kann sich nicht selbst als Wahnsinn erkennen. Erst durch die Wahrheit wird der Wahnsinn als Wahnsinn enttarnt. Wie wird die Erkenntnis der Wahrheit im Wahnsinn sichtbar? Durch das in Frage stellen der Narrative des Wahnsinns und seiner begrenzten Logiken.

Die Wahrheit ist die bedingungslose Liebe. Sie ist das einzige, was nicht hinterfragt werden kann. Sie  hat keinen Haken. Sie ist der Sinn des Lebens. Sie ist allgegenwärtig und immer verfügbar. Alles – auch der Wahnsinn – ist in ihr untrennbar eingebettet. Sie ist die Einheit – die Quelle aller Energie. Gott.

Die Einheit erkennt sich nicht selbst als Einheit, solange sie nicht gerade durch die Spaltung erkannt wird.

Die Liebe erkennt sich nicht selbst als die Liebe, solange Sie nicht gerade durch den Wahnsinn erkannt wird.

Die Liebe ist. Einfach.

So wie das Licht nicht weiß, dass es leuchtet, kennt sie nichts anderes als Ihr liebendes Wesen. Erst wenn es der Dunkelheit begegnet, wird sichtbar, was das Licht ist.

So verhält es sich auch mit dem Wahnsinn.

Der Wahnsinn erkennt sich nicht als Wahnsinn. Er hält sich selbst für die Wirklichkeit. Er erschafft Geschichten, Ängste, Spaltungen, Bedeutungen und Urteile und nennt sie Wahrheit. Er trennt, vergleicht, kämpft und verteidigt – ohne zu erkennen, dass er sich selbst in diese Form gebracht hat, in dem er beschloß, sich vom Wesen der Liebe getrennt wahrzunehmen.

Erst die Wahrheit der bedingungslosen Liebe macht den Wahnsinn sichtbar. Die Erkenntnis, dass er niemals von ihr getrennt war. Dies geschieht nicht dadurch, daß sie ihn bekämpft. Sondern indem sie ihm begegnet, seine Unlogik durch die Logik der Liebe konfrontiert, ihn fortan für die Erkenntnis ihrer selbst für notwendig erachtet und damit sich selbst in ihm erhellt.

So wie der Rückweg schon im Hinweg enthalten ist, ist auch die Wahrheit im Wahnsinn enthalten. Wie auch in der Wahrheit der offenbar gewordene und durchliebte Wahnsinn enthalten ist. Nichts kann ausserhalb der Liebe sein. Nur der Wahnsinn simuliert Getrenntsein.

Das Licht muss die Dunkelheit nicht besiegen. Es genügt, dass es erscheint.
So offenbart die Wahrheit der Liebe alles, was sie selbst nicht ist – ohne sich getrennt davon zu sehen. Alles taucht in der Liebe auf. Und genau darin liegt ihre stille Kraft.

Die Wahrheit ist keine Meinung.

Sie ist kein Gedanke. Sie ist kein Gefühl.
Sie gehört keiner Regierung, Religion und keiner Philosophie.

Sie muss nicht überzeugen, weil sie sich nicht beweisen muss.

Sie ist einfach.

Wahrheit ist die bedingungslose Liebe. Sie ist kein Gefühl und kein emotionaler Zustand. Auch keine romantische Vorstellung. Sie ist das Sein selbst.

Ursprung allen Lebens. Als jene erhabene Kraft der Einheit, aus der alles in den Wahnsinn hinabstieg und zu der alles aus dem Wahnsinn wieder emporsteigen wird.

Sie ist die Quelle aller Energie.
Die Quelle allen Bewusstseins.
Die Quelle jedes Atemzuges.

Wo diese Liebe erkannt wird, verliert die Angst ihre Macht.
Wo diese Liebe erkannt wird, wird Geteiltes wieder eins.
Wo diese Liebe erkannt wird, erscheint der Wahnsinn im Licht.

Das Widererkennen dieser untrennbaren Integration in der Liebe, löst seine irrtümliche und getrennt davon erlebte Bedeutung über sich selbst auf.

Liebe durchlichtet in sich selbst die Finsternis

Die Wahrheit kämpft nicht gegen den Wahnsinn. Denn der Wahnsinn kann nicht getrennt von ihr sein, da sie allgegenwärtig ist. Finsternis ist im Licht keine Finsternis.

Sie wartet geduldig, bis ein Mensch bereit ist, die Geschichten und Bedeutungen seines träumenden Verstandes loszulassen und in die Stille seines Herzens einzutreten.

Der Wahnsinn, der aufgehört hat, sich über seine Selbsttäuschung zu definieren kehrt durch die bedingungslose in die Wahreit seines Seins zurück.

Dort, wo nichts mehr bewiesen werden muss.
Dort, wo nichts mehr getrennt ist.
Dort, wo die bedingungslose Liebe allem gleichermaßen seine wahre Bedeutung und Bewertung gibt.

War die Liebe nun das Ziel der Suche? Oder war sie gar die Suchende selbst?

Tarnt sich nur ein einziger Augenblick als tausende Jahre Menschheitsgeschichte?

Der Moment, in welchem die Liebe innerlich für einen Augenblick in einen paradoxen Gedanken über sich selbst hinabstieg und sich träumend fragt:

“Wie würde ich mich selbst erleben und erfahren können, in der Wahrnehmung, dass es mich nicht gäbe?” Jedoch taucht sie im selben Augenblick wieder auf und erkennt erleichtert:

“Oh, das ist ja unmöglich. Das wäre ja Wahnsinn. Jedoch liebe ich diesen irren Gedanken, weil er mich ewig an das erinnert, was ich in Wahrheit bin.”

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